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A.S.I. - Der Lebensversicherungs-Zweitmarkt

Investitionen in bestehende Lebensversicherungen - vor allem über Geschlossene Fonds - erfreuen sich seit Jahren international steigender Nachfrage. Während der Handel mit gebrauchten Policen in Deutschland noch relativ jung ist, blickt er in Großbritannien auf eine fast 150-jährige Geschichte zurück.

Mit den ersten AIDS-Fällen in den späten 80er Jahren etablierte sich der Handel mit bestehenden Lebensversicherungen auch in den USA. Die Erkrankten suchten nach geeigneten Finanzierungsquellen, um die teure ärztliche Versorgung und ihren Lebensunterhalt sicherzustellen.

Zweitmarkt Deutschland
Deutsche Kapitalversicherungen sind aufgrund ihrer Kontinuität und Sicherheit in Deutschland wichtiger Bestandteil eines planmäßigen Vermögensaufbaus. Anders als in Großbritannien und den USA kombiniert die deutsche Kapitallebensversicherung die Möglichkeit des Kapitalansparens, z.B. für die Altersvorsorge, mit einer Hinterbliebenenversorgung. Die Ablaufleistung wird nach der vereinbarten Laufzeit fällig, die in der Regel 30 Jahre beträgt. Stirbt die versicherte Person vor Laufzeitende, wird eine im Vertrag festgelegte Todesfallsumme ausgezahlt (mindestens 60% der Versicherungssumme). Trotz großer Akzeptanz der Kapitallebensversicherung - der Gesamtbestand liegt derzeit bei über 91 Millionen Policen - werden mehr als 50 Prozent der Verträge nicht zu Ende geführt.

Bis 1999 hatten Versicherungsnehmer, die ihre Lebensversicherung vorzeitig liquidieren wollten nur die Möglichkeit, diese bei ihrer Versicherungsgesellschaft zu kündigen, was mit teils erheblichen finanziellen Verlusten verbunden ist. Ein Teil der Zinsen aus den Kapitalanlagen (Überschüsse), die die Police bereits während ihrer Laufzeit erwirtschaftet, schreibt das Versicherungsunternehmen der Police erst zum Ablauftermin als so genannten Schlussüberschuss gut. Wird sie vorzeitig storniert, geht der Versicherungsnehmer leer aus. Der Versicherer zieht vom Policenguthaben außerdem eine Stornogebühr ab und zahlt letztendlich nur den so genannten Rückkaufswert aus. Ist der Vertrag noch keine 12 Jahre alt, werden zudem Kapitalertragssteuer und Solidaritätszuschlag fällig.

Seit 1999 gibt es eine lukrative Alternative zur Stornierung: den Policenverkauf. Mit der Gründung der cash.life AG wurde der Zweitmarkt für Kapitalversicherungen in Deutschland initiiert. Die Motivation des Policenhandels liegt in der Tatsache begründet, dass die von den Versicherern angebotenen Rückkaufswerte in der Regel sehr niedrig ausfallen. Während der Vertragslaufzeit leistet der Versicherungsnehmer die vereinbarten Prämien. Der größte Teil davon fließt als Sparanteil in den Deckungsstock der Versicherungsgesellschaft. Der restliche Prämienanteil wird für den Risikoschutz und die laufenden Verwaltungskosten verwendet. Gerade während der ersten zehn Jahre der Police liegt der Rückkaufswert deshalb häufig unter der Summe der bereits eingezahlten Versicherungsbeiträge. Ist die Rendite der Police attraktiv und erfüllt sie einige Grundkriterien, dann erlöst der Versicherungsnehmer durch den Verkauf einen Preis, der bis zu sieben, in Einzelfällen bis zu 15 Prozent über dem Rückkaufswert liegt - so bietet sich die Übereignung für beide Beteiligten an. Diese Kriterien können aufgrund von Steuereffekten (bei Verträgen, die noch keine 12 Jahre alt sind, gehen Kapitalertragssteuer und Solidaritätszuschlag beim Policenverkauf auf den Käufer über) bereits dann erfüllt sein, wenn der Kaufpreis dem eigentlichen Rückkaufswert entspricht.

Vorteile für alle Beteiligten
Durch den Verkauf seiner Lebensversicherungspolice stellt sich der Versicherungsnehmer immer besser als bei Stornierung des Vertrages. Bei Kündigung seiner Police erhält er lediglich den bereits um eine Stornogebühr reduzierten Rückkaufswert. Ist die Lebensversicherung bei Kündigung noch keine 12 Jahre alt, fallen für die in der Vergangenheit erzielten Erträge außerdem Kapitalertragssteuer und Solidaritätszuschlag an. Dies mindert den Erlös zusätzlich. Zwar wird die Police auch bei Verkauf grundsätzlich steuerschädlich, die Steuerpflicht geht jedoch auf den Käufer über. Der Verkäufer hat dann den zusätzlichen Vorteil der Steuerersparnis, die bei Rückkauf der Police durch die Versicherungsgesellschaft zu entrichten wäre. Ein Blick in die Zukunft: Seit seiner Gründung 1999 hat sich der Zweitmarkt in Deutschland rasant entwickelt, ist jedoch noch weit von Ländern wie Großbritannien und den USA entfernt. Dabei sind die Marktchancen außerordentlich gut, wie ein Blick in die Statistik zeigt: 2003 bestanden In Deutschland 91,5 Millionen Lebensversicherungsverträge mit einer durchschnittlichen Laufzeit von knapp 30 Jahren. Die vorzeitigen Kündigungen durch die Versicherungsnehmer stiegen in den zurückliegenden Jahren stark an. Inzwischen wird mehr als jede zweite Police vorzeitig storniert. 2001 zahlten die deutschen Versicherer noch 8,2 Milliarden Euro für Stornos aus, 2002 waren es bereits 9,2 Milliarden Euro und 2003 gar 12,4 Milliarden Euro. Über ein Drittel dieser Policen wären grundsätzlich für den Zweitmarkt von Interesse gewesen

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