Ich bin in den letzten anderthalb Jahren bei A. S. I. mehr gewachsen als sonst irgendwann davor! sagt Antje Schött, A.S.I. Expertin in der Geschäftsstelle Freiburg im Interview. Hier liest du, was genau sie damit meint und was das für dich und deine Jobwahl bedeutet.
Womit hast du heute Morgen deinen Arbeitstag begonnen?
Obwohl ich heute eigentlich noch Urlaub hatte, hatte ich mir um zehn Uhr einen Fahrplanberatungs-Termin eingeplant. Fahrplanberatung heißt, einer Mandantin/ einem Mandanten eine Einführung in die wirtschaftlichen Themen des Berufsstarts zu geben.
Also habe ich wie immer zuerst meinen Computer gestartet und geschaut, was da an Mails reingekommen ist. Gerade nach Feiertagen (Das Interview fand nach Ostern statt) sammelt sich da immer eine Menge an. an. Das ist tatsächlich mein Standardstart. Ich checke immer als Erstes in die Mails.
Gehörst du zum Team Homeoffice oder gehörst du zum Team Büro?
Gemischt! Meistens bin ich gegen 9 Uhr im Büro. Das heißt, ich stehe um 07:30 Uhr auf, richte mich her, mache mein Vesper, packe meine Sachen. Dann bin ich kurz nach 9 Uhr im Büro. Dort schaue ich zuerst meine Mails durch und wechsle ein paar Worte mit unserer Sekretärin. Anschließend arbeite ich dann meine To-Do-Liste ab. Das kann Papierkram sein, das kann aber auch eine Liste mit Kontakten sein, die ich anrufe und auf ihre Anliegen anspreche. Gegebenenfalls habe ich auch Termine, die vorbereitet werden müssen.
Welcher Art Termine sind das und wie sehen die Vorbereitungen aus?
Das kommt ganz drauf an. Häufig geht es um das Thema Bewerbungsunterlagen. Dann bespreche ich mit den Mandantinnen und Mandanten, wie sie sich zielgerichtet auf dem Arbeitsmarkt umschauen und wie sie ihre Bewerbungsunterlagen auf ihre Ziele und die Stellenprofile ausrichten können. Bei Folgeterminen geht man noch einmal durch: Was hat man im ersten Termin besprochen? Wo kann man noch optimieren, was sind die nächsten Schritte – insbesondere wirtschaftlich.
Wie gehst du in deinen Bewerbungsberatungen vor?
Ich arbeite gerne mit Mindmaps und fragen, was den Personen konkret besonders wichtig ist. Dann arbeiten wir an den Handlungspunkten. Es ist klar, dass jemand, der ein überdurchschnittliches Gehalt möchte, bei einem kleinen Familienunternehmen womöglich nicht richtig aufgehoben ist. Da müsste man sich eher nach Stellen in größeren, vielleicht Mittel- bis Großkonzernen umschauen. Und dazu muss dann wiederum das Bewerberprofil passen. Wenn jemand sagt, er möchte sehr intensiv eingearbeitet werden und einen konkreten Ansprechpartner haben, dann sind vielleicht wieder andere Arbeitgeber interessant. Wir arbeiten also intensiv an der Entwicklung von persönlichen Zielen auf dem Arbeitsmarkt und den damit verbunden wirtschaftlichen persönlichen Wünschen.
Wie war das bei dir? Welche Ausbildung hast du und was war dein Ziel auf dem Arbeitsmarkt?
Ich wollte eigentlich eine Musicalausbildung machen. Nach dem Studium habe ich eine Aufnahmeprüfung an der Schauspielschule in Freiburg gemacht und bestanden. Ich hatte den Ausbildungsvertrag schon unterschrieben, als ich mir begann Gedanken zu machen, wie ich meinen Lebensunterhalt in dieser Zeit finanzieren soll. Mir wurde klar, dass eine Vollzeitausbildung an der Schauspielschule in meiner Situation gar nicht möglich war. Ich hätte parallel niemals so viel arbeiten können, dass ich mich hätte finanzieren können – jedenfalls nicht über 4 Jahre. Also habe ich mich besonnen und nach einer Alternative gesucht.
Und dann bist du auf A.S.I. gestoßen?
Ich habe Volkswirtschaftslehre studiert und mit dem Master abgeschlossen. Im Studium hatte ich mich klar in Richtung soziale Sicherung, Alterssicherung, Finanzwissenschaft und Sozialpolitik fokussiert. Da ist es ungünstig, wenn man sich auf Marketing- oder Controllingstellen bewirbt, weil man in den Bereichen nichts vorweisen kann. Deshalb habe ich mich dann auf Stellen fokussiert, die zu meinem Studium passten. Dabei bin ich immer wieder auf A.S.I. gestoßen.
Bei A.S.I. angekommen – wofür brauchtest du am meisten Mut?
Das Thema Selbstständigkeit ist ehrlicherweise ein Thema, das mir hinsichtlich finanzieller Sicherheit Bauchschmerzen gemacht hat und auch noch macht. Das ist aufregend. Mal gucken, wo es mich hinführt und wie es sich entwickelt.
Das liegt vor allem daran, dass der Jobmarkt schwierig geworden ist. Die Leute brauchen lange, um eine passende Stelle zu finden und erst in dem Moment kommen die wichtigen wirtschaftlichen Fragen zum Tragen. Es ist momentan eine wahnsinnige Vorsicht da. Und ich stelle auch fest, dass immer mehr junge Menschen bereits vorerkrankt sind. Wenn wir über Berufsunfähigkeitsabsicherung sprechen ist das ein Problem. Der Spruch "Je jünger, desto gesünder" stimmt so nicht mehr. Ich habe viele junge Leute mit ernstzunehmenden Vorerkrankungen, die im Kranken und Lebensversicherungsbereich fast unversicherbar sind.
Was ist dein Lieblingsthema in der Beratung?
Das Thema Berufsunfähigkeitsversicherung. Das ist ein Thema, das sehr eng mit Zukunftszielen verbunden. Man möchte vielleicht eine Immobilie besitzen, eine Familie gründen, reisen, einen gewissen Lebensstandard haben. Dazu braucht man Geld und um sicherzustellen, dass man das langfristig durch Arbeit absichern kann, das ist schon schön.
Hast du für dich auch einen finanziellen Wunsch, den du dir erfüllen möchtest?
Durchaus, ja. Da bin ich familiär geprägt. Die eigene Immobilie spielt für mich eine wichtige Rolle und ist ein wichtiger Baustein in meiner Finanzplanung. Keine Miete zahlen zu müssen, ist für mich einfach eine schöne Vorstellung. Ganz besonders deshalb, weil die Mietkosten stetig steigen auf dem knappen Wohnungsmarkt. Im Optimalfall erreiche ich das in den nächsten 5 Jahren. Das hängt aber von meiner beruflichen Entwicklung ab. Das ist als Selbständige noch mal ein ganz anderes Thema.
Was war deine Motivation, VWL zu studieren und wie passt das ökonomische Studium mit deinem künstlerischen Interesse zusammen?
Ich habe zuerst zwei Semester Musikwissenschaft und Skandinavistik studiert. Das hat mir nicht gefallen. In Freiburg ist die Musikwissenschaft rein historisch geprägt und ein Semester mit (Theodor W.) Adorno zu verbringen, war ebenfalls kein Spaß. Da ich schon vorher zwischen VWL und Musikwissenschaft geschwankt habe und mein Vater sehr an den Wirtschaftswissenschaften interessiert war, bin ich zum Fach VWL gewechselt.
Ich fand das Fach dann sogar interessanter als gedacht. Man muss das Theoretische mögen und gerne mit Modellen arbeiten. Dann ist man in dem Studium gut aufgehoben.
Würdest du sagen, dass dir die Theorien und Modelle in der Beratung bei A.S.I. helfen?
Ja, in gewisser Weise schon. Ich packe da zwar nicht die großen Modelle aus, aber manche Bausteine lassen sich gut in den Beratungsprozess einbauen. Z.B. die Frage ‚Warum wächst die Wirtschaft?‘ Technischer Fortschritt kann da als Antwort genannt werden. Ein Punkt der für junge Ingenieure, die ich berate, interessant ist. Oder wie funktioniert die Alterssicherung? Was passiert, wenn die Demographie sich weiter so entwickelt, wie bisher? Das kann man fortschreiben über statistische Modellberechnungen. Und ich nutze gerne Zahlen.
Bei A.S.I. gibt es deutlich mehr Berater als Beraterinnen. Ist das für dich ein Thema?
Damit habe ich mich nicht beschäftigt und mich stört es auch nicht, die einzige Beraterin in der Geschäftsstelle Freiburg zu sein. Mehr Frauen in der Beratung halte ich aber grundsätzlich für einen Gewinn fürs Unternehmen.
Ist deine Selbstständigkeit als Finanzberaterin ein Vorteil in Bezug auf die Vereinbarkeit von Familie, Beruf und Privatleben?
Ich bin zeitlich sehr flexibel in meinem Beruf. Das sehe ich als Vorteil, wenn ich Kinder zu betreuen hätte. Für die finanzielle Sicherheit müssen natürlich die Rahmenbedingungen passen.
Wie sehen deine nächsten Karriereschritte bei der A.S.I. aus?
Im Wesentlichen geht es für mich darum, persönlich weiter zu wachsen, mehr finanzielle Stabilität zu gewinnen und mich fachlich weiterzuentwickeln. Ich würde gerne Ansprechpartnerin für Kolleginnen Kollegen sein, die sich sagen: ‚Da müssen wir Antje fragen, die weiß das bestimmt. Ich wäre dann auch gerne Mentorin für die neuen Trainees.
Was sind die Tops und Flops im Alltag einer Finanzberaterin?
Ich liebe die Akquisitionsarbeit auf Messen. Mir macht es sehr viel Spaß mit Menschen in Kontakt zu kommen und zu hören, was sie bewegt. Noch besser, helfen zu können, bei allen Fragen die Finanzen oder Beruf betreffen.
Mir fällt es auf der anderen Seite schwer, die Geduld zu bewahren, wenn sich Interessentinnen oder Interessenten nicht zurückmelden. Da braucht man schon Frustrationstoleranz.
Wenn jemand überlegt sich bei A.S.I. zu bewerben, was würdest du der Person raten?
Die Person sollte Freude an den Themen haben und Lust immer weiter dazuzulernen. Außerdem sollte man bereit sein, am Anfang mit einem niedrigeren Einkommen umzugehen, bevor man nach ca. zwei Jahren sich seine Mandantschaft aufgebaut hat.
Was ich aber auch jedem mitgeben möchte: Ich bin den anderthalb Jahren, die ich jetzt bei der A.S.I. bin, mehr gewachsen als sonst irgendwo davor. Ich meine menschlich und im Denken erwachsen geworden, weil man viel mit Menschen und deren Geschichten zu tun hat. Aber auch durch die Selbstständigkeit. Wer sich weiterentwickeln will, ist hier genau richtig!
Bekommst du nach einer Bewerbungsberatung positive Rückmeldungen, dass die Personen bei der Jobsuche erfolgreich waren?
Gute Frage. Ich habe ein paar Leute, die einen Job gefunden haben. Und ich erlebe sehr viele, sehr dankbare junge Menschen, die sich freuen, wenn sie unsere Hilfe bekommen oder auch einfach nur Fragen zu Berufsstart, Finanzen und Bewerbung stellen können. Viele sagen: "Gut, dass ihr das macht."
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