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Pflege braucht Vorsorge

Heute sind viele Menschen bis ins hohe Alter vital. Doch nicht selten treten Erkrankungen und chronische Leiden auf, die zur Pflegebedürftigkeit führen können. Was bedeutet das für Betroffene und Angehörige? Welche Leistungen gibt es und welche Vorsorge kann zusätzlich getroffen werden, um die Lebensqualität im Alter zu sichern?

Das Pflegestärkungsgesetz II hat das Ziel eines neuen Pflegebedürftigkeitsbegriffs systematisch umgesetzt. Weg von einer minutenorientierten, rein somatischen Betrachtung von Pflegebedürftigkeit, hin zu einer kompletten Feststellung einer noch vorhandenen Selbstständigkeit. Fünf Pflegegrade haben das bisherige System der drei Pflegestufen und der zusätzlichen Feststellung von erheblich eingeschränkter Alltagskompetenz (insbesondere Demenz) ersetzt. Die bisherigen Leistungen für Menschen mit Demenz (Pflegestufe 0) sind in das reguläre Leistungsrecht integriert. Damit wurden zwar Verbesserungen beschlossen, dennoch ist private Vorsorge nötig, denn selbst die erhöhten gesetzlichen Leistungen decken oft nur einen Teil der realen Pflegekosten ab. Eine frühzeitige Vorsorge lohnt sich doppelt: Der aktuelle Gesundheitszustand ist maßgebend für die Beitragskalkulation und je eher die Pflegeversicherung abgeschlossen wird, desto günstiger sind die Beiträge.

Wir geben Ihnen hier einen kurzen Überblick über die Fragen:

  • Wie wird die Pflegebedürftigkeit definiert?
    Die Pflegebedürftigkeit wird in fünf Pflegegrade unterteilt. In allen Pflegegraden werden körperliche, geistige und psychische Einschränkungen gleichermaßen berücksichtigt. Somit erhalten alle Pflegebedürftigen einen gleichberechtigten Zugang zu den Leistungen der Pflegeversicherung. Die fünf Pflegegrade (PG) geben den Grad der Selbstständigkeit an.

  • Wie wird der individuelle Pflegebedarf festgelegt?
    Bei der Begutachtung wird der Grad der Selbstständigkeit in sechs verschiedenen Lebensbereichen gemessen. Die sechs Lebensbereiche werden als Module erfasst und haben eine unterschiedliche Gewichtung. Mit einem neuen Prüfverfahren („Neues Begutachtungsassessment“, NBA) werden Gutachter seit 2017 alle Antragsteller anhand eines Fragenkatalogs in sechs Modulen auf den Grad ihrer noch vorhandenen Selbstständigkeit hin überprüfen. Wie selbstständig ein Antragsteller noch ist, ermitteln die Prüfer nach einem Punktesystem. Dabei gilt: Je mehr Punkte der Begutachtete erhält, desto weniger selbstständig ist er und umso höher wird der Pflegegrad.
    Modul 1: Mobilität
    Modul 2: kognitive und kommunikative Fähigkeiten
    Modul 3: Verhaltensweisen und psychische Einschränkungen
    Modul 4: Selbstversorgung
    Modul 5: Bewältigung von krankheits- und therapiebedingten Anforderungen
    Modul 6: Gestaltung des Alltagslebens und sozialer Kontakte

  • Wie findet die Eingruppierung in den Pflegegrad statt?
    Die Eingruppierung in den Pflegegrad (PG) erfolgt anhand einer Punkteskala. Sobald alle Punkte für jedes Modul erfasst wurden, werden sie gewichtet und addiert. Bei Modul 2 und 3 wird hierbei nur die höhere Punktzahl (nach Gewichtung) hinzugerechnet. Anhand der Punkteskala wird dann die Eingruppierung in den Pflegegrad vorgenommen.

  • Wie sieht ein Beispiel aus der Praxis für den Pflegegrad 2 aus?
    Herr W. (75) leidet an Bluthochdruck und ist seit einem Schlaganfall halbseitig gelähmt. Herr W. wohnt zusammen mit seiner Ehefrau (sehr rüstig) in einer Wohnung im ersten Stock. Ein Gutachter kommt vorbei und beurteilt die Hilfsbedürftigkeit in den einzelnen Lebensbereichen.
ModulBewertungPunktePunkte
(gewichtet)
Modul 1: MobilitätGehbehindert und wenig Kraft im rechten Bein32,5
Modul 2: kognitive und kommunikative FähigkeitenKeine Beeinträchtigung00
Modul 3: Verhaltensweisen und psychische EinschränkungenKeine Beeinträchtigung00
Modul 4: Selbstversorgung
(Körperpflege, Ernährung etc.)
Kann nicht frei stehen und benötigt Hilfe beim Waschen, Duschen, Anziehen, Rasieren, Zähneputzen und bei der Essenszubereitung1020
Modul 5: Bewältigung von krankheits- oder therapiebedingten AnforderungenKennt den Medikamentenplan, kann aber die Tabletten nicht aus der Verpackung drücken15
Modul 6: Gestaltung des Alltagslebens und sozialer KontakteHilfe beim Zubettgehen13,75
Ergebnis: Pflegegrad 2= 31,25
  • Wie wird die Demenz in der Praxis bewertet?
    Frau K. (84) ist dement, ihr Allgemeinzustand ist aber gut.
    Frau K. lebt allein in ihrer Wohnung. Ihre Tochter versorgt sie mit Mahlzeiten, hilft im Haushalt und begleitet die medikamentöse Versorgung. Zudem unterstützt sie der Pflegedienst morgens und abends bei der Selbstversorgung.

ModulBewertungPunktePunkte
(gewichtet)
Modul 1: MobilitätKeine Beeinträchtigung00
Modul 2: kognitive und kommunikative FähigkeitenVergesslich und orientierungslos1111,25*
Modul 3: Verhaltensweisen und psychische EinschränkungenNächtliche Unruhe3(7,5)*
Modul 4: Selbstversorgung
(Körperpflege, Ernährung etc.)
Muss zur Körperpflege aufgefordert werden, kann diese aber eigenständig durchführen, leidet unter Harninkontinenz1520
Modul 5: Bewältigung von krankheits- oder therapiebedingten AnforderungenBegleitung bei der medikamentösen Versorgung notwendig210
Modul 6: Gestaltung des Alltagslebens und sozialer KontakteKann sich nur in eigener Wohnung gut orientieren, erkennt vertraute Personen und findet sich in neuen Situationen zurecht67,5
Ergebnis: Pflegegrad 3= 48,75

* Nur die höhere gewichtete Punktzahl wird zum Ergebnis hinzugerechnet.

  • Welche Leistungen gibt es in den fünf Pflegegraden?
    Die Leistungen decken meist nur etwa die Hälfte des tatsächlichen finanziellen Bedarfs. Pflegegeld und Pflegesachleistungen sind die monatlichen finanziellen Leistungen, die bei den Pflegekassen beantragt werden können. Mit dem Pflegegeld kann die nötige Hilfe unbürokratisch und privat beschafft werden. Sachleistungen dienen dazu, professionelle Pflegekräfte zu finanzieren. Im stationären Pflegebereich ist die Höhe der Geldleistung durch die Pflegekassen irrelevant, da der Eigenanteil über alle Pflegegrade (gilt für Pflegegrad 2 – 5) gleich hoch ist und vom Heim individuell festgelegt wird.

 

LeistungPG 1
PG 2
PG 3PG 4PG 5
Geldleistung ambulant125 Euro*316 Euro545 Euro728 Euro901 Euro
Sachleistung ambulant689 Euro1.298 Euro1.612 Euro1.995 Euro
Leistungsbetrag stationär125 Euro770 Euro1.262 Euro1.775 Euro2.005 Euro

* Als Geldbetrag, der für die Erstattung der Betreuungs- und Entlassungsleistungen zur Verfügung steht.
Quelle: Bundesministerium für Gesundheit

Zusätzliche Leistungsansprüche von Pflegebedürftigen.
  • Pflegeaufwendungen für Kurzzeitpflege:
    1.612 Euro pro Jahr (in Pflegegrad 2–5)
  • Für Maßnahmen zur Verbesserung des Wohnumfelds: bis zu 4.000 Euro pro Jahr
  • Für Pflegehilfsmittel, die zum Verbrauch bestimmt sind (z. B. Einmalhandschuhe): bis zu 40 Euro pro Monat
  • 2.500 Euro Anschubfinanzierung zur Gründung von ambulant betreuten Wohngruppen

Quelle: Bundesministerium für Gesundheit

  • Wie hoch ist der monatliche Eigenanteil in der stationären Pflege?
    Künftig ist der Eigenanteil in der stationären Pflege für jeden Pflegegrad gleich hoch. In der vollstationären Pflege kommt es für die Betroffenen nicht mehr auf die Höhe der Leistungsbeträge an, sondern auf die Höhe des Eigenanteils. Jedes Pflegeheim hat einen Betrag ausgehandelt, der nach Zuführung der Hauptleistungsbeträge vom Patienten zusätzlich an das Heim bezahlt werden muss. Hinzu kommen für die Pflegebedürftigen Kosten für Verpflegung, Unterkunft und Investitionen. Dabei ist der pflegebedingte Eigenanteil für alle Pflegegrade gleich hoch. Hinweis: Oftmals wird nur einer von zwei Partnern pflegebedürftig. Sollte einer in ein Pflegeheim umziehen (müssen), muss der andere trotzdem weiterhin die Kosten der gemeinsamen Wohnung sowie eigene Lebenshaltungskosten tragen.

 

Eigenanteil im Bundesdurchschnitt für die vollstationäre Pflege in den Pflegegraden 2–5.
580 Euro*Pflegebedingter Eigenanteil: Das sind die Kosten, die den Anteil für den Pflegeaufwand abbilden.
698 Euro**Kosten für Unterkunft und Verpflegung: Die Kosten für die Unterkunft beinhalten Strom, Wärme, Wasser und Freizeitgestaltung. Bei den Verpflegungskosten zählen auch Kosten für das Personal und sonstige Erstellungskosten mit dazu.
423 Euro***Investitionskosten: Die Investitionskosten stellen die „Kaltmiete“ inklusive Kosten für die Instandhaltung und Instandsetzung dar.
1701 EuroMonatliche Gesamtkosten unabhängig vom Pflegegrad

Quellen: * Bundesministerium für Gesundheit. ** GBE Bund 2013, interpoliert auf den 01.01.2017 (Stichtagszahl). *** U. Schneekloth und H.-W. Wahl,
Integrierter Abschlussbericht, Möglichkeiten und Grenzen selbständiger Lebensführung in stationären Einrichtungen (MuG IV), München 2007.

  • Wer übernimmt die anfallenden Pflegekosten?
    Für die Pflegekosten wird das Privatvermögen herangezogen und auch die Kinder müssen dafür aufkommen. Da die gesetzlichen Leistungen oftmals nur für etwa die Hälfte der anfallenden Pflegekosten reichen, müssen die Rente, Vermögen und sonstige Einkünfte für die Pflege aufgewendet werden. Sind diese zu gering, müssen die eigenen Kinder – je nach Einkommen – für die Kosten der pflegebedürftigen Eltern aufkommen.

 

  • Wann lohnt es sich, über Pflegebedürftigkeit intensiv nachzudenken?
    Je früher vorgesorgt wird, desto besser sind die Konditionen einer privaten Pflegeversicherung. Ältere Menschen, die bereits an Erkrankungen leiden, können meist keine private Versicherung mehr abschließen. Selbst wenn – die monatlichen Prämien wären enorm. Deshalb lohnt es sich, so früh wie möglich eine Absicherung anzugehen. Der momentane Gesundheitszustand ist maßgebend für die Beitragskalkulation und hier gilt meistens die Faustregel: Je eher die Pflegeversicherung abgeschlossen wird, desto günstiger sind die Beiträge.

    Wir beraten Sie individuell.

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